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Geschichte

Streetwork in Hall gibt es seit März 1996 und war damals in den Räumlichkeiten des Lambichler Jugendhauses untergebracht. Halls erste Mobile Jugendarbeiterin war Fr. Mag. Daniela Maes, die knapp zwei Jahre lang in einer Vollzeitbeschäftigung arbeitete.

Die Stelle wurde 1998 nach Danielas Ausscheiden durch zwei MitarbeiterInnen nachbesetzt. Seit dem arbeitet in Hall ein gemischtgeschlechtliches Team.

Es gelang den Mobilen Jugendarbeiter_innen eigene Räume für ihre Arbeit durchzusetzen und nach zwei Jahren am Unteren Stadtplatz 18 ist die Anlaufstelle seit September 2000 in der Saline 17 untergebracht.
Die zwei Personalstellen wurden im Frühjahr 2002 von 40 auf 50 Gesamtwochenstunden aufgestockt. Im Herbst 2003 kam zusätzlich zu der Anlaufstelle ein eigenes Beratungszimmer für die Einzelfallarbeit mit KlientInnen dazu.

Ein neuer Mitarbeiter mit 20 Wochenstunden kam wenige Monate später durch die erste gemeindeübergreifende Zusammenarbeit ins Team. Für die Gemeinde Rum wurde bis Mai 2005 eine Sozialraumanalyse erstellt, auf deren Basis die mobile Jugendarbeit in Rum aufgebaut wurde.

Im März 2006 wurde Streetwork Hall zu einer Regionalen Beratungsstelle in Sachen Streetwork / Mobile Jugendarbeit. Interessierte Gemeinden können seitdem vom Erfahrungswissen der Mitarbeiter_innen profitieren, sich über Konzepte informieren und weitere Dienstleistungen, wie Sozialraumanalysen, Beratung bei Konzepterstellung sowie Einschulung und Begleitung neuer Mitarbeiter_innen in Anspruch nehmen.

Durch diese Erweitung des Angebots wurde eine weitere Personalstelle geschaffen. Damit wuchs ab März 2006 das Team auf vier hauptamtliche Mitarbeiter_innen.

Weiter ging es dann mit der Jugendbedarfserhebung in Absam und im Dezember 2007 mit einer erneuten Teamerweiterung und der Eröffnung der Anlaufstelle in der Stainerstrasse 1, Absam im Jänner 2008.

Die kontinuierliche Erweiterung des Arbeitsgebietes führte zu einer Umstrukturierung der Organisation und mit Ende 2009 wurde der Verein für Mobile Jugendarbeit Innsbruck Land Ost gegründet. Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem Bürgermeister der Stadtgemeinde Hall und weiteren Vertreter_innen der Stadtpolitik bzw. der Gemeindebediensteten. Dieser Verein bietet nunmehr Mobile Jugendarbeit in den Gemeinden Hall, Rum, Absam und seit 2010 auch in der Gemeinde Mils an. Jede Gemeinde verfügt über eine eigene Anlaufstelle - sprich ein Büro für Beratungszwecke und als Treffpunkt für Jugendliche. Projekte werden sowohl gemeindespezifisch als auch gemeindeübergreifend angeboten - je nach Bedarf und Zielgruppe.

 

Mobile Jugendarbeit ist ein inhaltlich und methodisch eigenständiges Arbeitsfeld innerhalb der außerschulischen Jugendarbeit. Mobile Jugendarbeit arbeitet bezirks-, gemeinde- bzw. stadtteilorientiert mit zumeist sozial und ökonomisch benachteiligten jungen Menschen, die den Großteil ihrer Zeit im öffentlichen Raum verbringen. Im Zentrum von Mobiler Jugendarbeit stehen die Interessen, Kompetenzen und Ressourcen der jungen Menschen. Ziel ist es, diese aufzuzeigen, zu stärken, zu vertiefen und im Falle auszubauen. Indem die Jugendlichen dabei unterstützt werden, ihre Interessen umzusetzen und auf ihre Rechte zu bestehen, wird durch Mobile Jugendarbeit soziale Integration ermöglicht. Mobile Jugendarbeit lebt von Langfristigkeit, Kontinuität und Beziehung und fühlt sich für die Probleme der Jugendlichen verantwortlich, jedoch nicht für die Probleme die Jugendliche verursachen. Die Angebote der Mobilen Jugendarbeit richten sich nach der Zielgruppe.

Angebote/Methoden:

  • Aufsuchende Jugendarbeit / Streetwork
  • Gruppen-, Cliquen- und Projektarbeit
  • Einzelfall-Arbeit (z.B.: Krisenintervention, Hilfestellung in unterschiedlichen Problemsituationen,...)
  • Prävention
  • Begleitung, Unterstützung (MoJa als Drehscheibe und Vernetzungspool)
  • Gemeinwesenorientierte Arbeit mit dem Focus auf die Interessen, Bedürfnisse und Problemlagen der Zielgruppe
  • Öffentlichkeitsarbeit/Interessensvertretung, um Stigmatisierung von Jugendlichen entgegenzuwirken


Zielgruppe
Mobile Jugendarbeit richtet sich an Jugendliche, welche sich im öffentlichen Raum aufhalten und deren Dynamik Gefährdungspotentiale (Selbst- und/oder Fremdgefährdung; Sucht, Gewalt, Vandalismus, etc.) vermuten lässt. An junge Menschen welche ausgegrenzt und stigmatisiert werden bzw. von Ausgrenzung und Stigmatisierung bedroht sind, von anderen oder herkömmlichen Einrichtungen nicht erreicht werden und/oder sozial benachteiligt sind (soziales Umfeld, kulturelle und ökonomische Situation, familiäre Konstellationen, Bildungs- und Sprachdefizite).

Arbeitsprinzipien

  • Mobile Jugendarbeit geschieht auf der Basis folgender Prinzipien:
  • Milieunähe, Lebensweltorientierung
  • Akzeptanz
  • Sprachrohrfunktion und Interessensvertretung
  • Ressourcenorientierung
  • Freiwilligkeit und Verschwiegenheit
  • Flexibilität und Mobilität
  • Erreichbarkeit
  • Kontinuität
  • Parteilichkeit
  • Kostenlosigkeit
  • Niederschwelligkeit
  • Geschlechtsspezifische Arbeit
  • Ganzheitlichkeit

 

 

 

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